Spielbanken nach Bundesland zu ordnen ist in Deutschland keine Geschmacksfrage, sondern die einzige tragfähige Sicht: Jedes der 16 Länder regelt Konzessionen, Abgaben, Aufsicht und Zugangsregeln selbst. Zum Stichtag 07.10.2026 führt der Datensatz dieser Seite 70 aktive Standorte in 15 Bundesländern, Thüringen steht bei null. Die Deutschland-Tafel oberhalb dieses Textes zeigt je Land Anzahl, klassisches Spiel, reine Automatenhäuser, Mindestalter und Schließungen seit 2010. Der Text erklärt, warum diese Werte so verschieden ausfallen.
Spielbanken Bundesländer: Wie hoch ist die Anzahl pro Land?
Bei den Spielbanken Bundesländer für Bundesland zu zählen, ergibt eine ungleiche Verteilung. Gezählt wird jeder Standort mit eigener Adresse und eigenen Öffnungszeiten, also auch Dependancen; geschlossene Häuser fehlen in der Zahl. Das Haus an der Bremer Schlachte zählt mit, obwohl die Betreiberseite wegen Renovierung eine vorübergehende Schließung nennt.
Nach Größe gruppiert, ergibt sich dieses Bild:
- Zehn und mehr: Niedersachsen (10).
- Fünf bis neun: Bayern (9), Saarland (7), Rheinland-Pfalz (6), Nordrhein-Westfalen (5).
- Vier: Berlin, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein.
- Drei oder weniger: Baden-Württemberg, Sachsen und Sachsen-Anhalt (je 3), Brandenburg und Bremen (je 2), Thüringen (0).
Die Summe aus 10, 9, 7, 6, 5, fünfmal 4, dreimal 3 und zweimal 2 ergibt die 70 Standorte. Wer eine genaue Zahl für einen anderen Stichtag braucht, muss prüfen, ob Dependancen dort mitgezählt wurden; ältere Übersichten kommen deshalb oft auf leicht abweichende Werte.
Wie lesen Sie die Liste in der Deutschland-Tafel richtig?
Die Liste in der Tafel ist nach Bundesländern sortiert und trennt zwei Hausarten. „Klassisches Spiel” bedeutet Tischspiele wie Roulette und Black Jack; „nur Automaten” heißt, dass die Betreiberseite für den Standort ausschließlich Automatenspiel nennt. Nach dem Datensatz sind das 17 Standorte: fünf in Niedersachsen, je drei in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, je einer in Bremen, Hessen und Rheinland-Pfalz.
Eine Zeile mit „nicht angegeben” ist eine Lücke der Quelle, kein Rechenfehler. Im Saarland etwa nennen die Betreiberseiten das Angebot nicht je Haus, in Mecklenburg-Vorpommern fehlt das Mindestalter. Solche Werte schätzt die Tafel nicht.
So gehen Sie mit der Tafel vor:
- Suchen Sie Ihr Land und lesen Sie die Anzahl der Standorte.
- Prüfen Sie, ob dort klassisches Spiel angeboten wird oder nur Automaten.
- Vergleichen Sie das Mindestalter: 21 Jahre gelten laut Betreiberseiten in Baden-Württemberg, Bayern, Bremen und Niedersachsen, in den übrigen Ländern mit Angabe 18 Jahre.
- Öffnen Sie die Seite des Landes für Adresse, Zeiten und Eintritt des einzelnen Hauses.
Der Ausweis wird bei jedem Einlass geprüft und mit der bundesweiten Sperrdatei OASIS abgeglichen. Wer merkt, dass das Spielen aus dem Ruder läuft, erreicht das Beratungstelefon zur Glücksspielsucht unter 0800 1 37 27 00.
Warum sind Spielbanken Ländersache?
Nach Art. 70 Abs. 1 des Grundgesetzes haben die Länder das Recht der Gesetzgebung, soweit das Grundgesetz es nicht dem Bund zuweist. Für Spielbanken haben sie davon Gebrauch gemacht: Jedes Land hat ein eigenes Spielbankgesetz, das festlegt, wie viele Häuser es geben darf, wer sie betreiben darf und welche Abgaben fällig werden. Das Thüringer Spielbankgesetz (Fassung vom 15. April 2004) sah zum Beispiel eine Spielbankabgabe vor, die pauschal die sonst anfallenden Einzelsteuern wie Umsatz- oder Gewerbesteuer abgelten sollte, so die Begründung eines Gesetzentwurfs von 2010.
Auch die Aufsicht bleibt bei den Ländern. Die Whitelist der GGL (Stand 02.10.2026) führt Spielbanken zwar mit auf, vermerkt aber ausdrücklich, dass sie nicht unter der Aufsicht der GGL stehen, sondern unter der Aufsicht anderer deutscher Glücksspielaufsichten. Für das länderübergreifende Online-Angebot ist die GGL zuständig; für den Besuch vor Ort entscheidet das Land.
Das erklärt, warum sich dieselben Spielbanken Bundesländer-übergreifend so selten gleichen: Mindestalter, Eintritt, Öffnungszeiten und Konzessionsdauer folgen dem jeweiligen Landesrecht und den Auflagen der Aufsicht. Gewinne aus Spielbanken sind nach der Wikipedia-Übersicht steuerfrei, das gilt unabhängig vom Land.
Staatlich oder privat: Wer betreibt die Spielbanken in den einzelnen Ländern?
Nach der Wikipedia-Übersicht kennen die 16 Länder unterschiedliche Modelle: staatliches Monopol, privates Monopol und private Konzessionen mit mehreren Lizenznehmern. Aus dem Datensatz dieser Seite geht die Eigentumsform der Gesellschaften nicht hervor. Belegbar ist dagegen, wie viele Betreibergesellschaften je Land auftreten.
In den meisten Ländern führt eine einzige Gesellschaft alle Häuser:
- Baden-Württemberg (3 Häuser), Berlin (4), Brandenburg (2), Bremen (2), Hamburg (4), Mecklenburg-Vorpommern (4), Niedersachsen (10), Nordrhein-Westfalen (5), Saarland (7), Sachsen (3) und Sachsen-Anhalt (3) haben je einen Betreiber.
- Bayern ist ein Sonderfall: Alle neun Standorte stehen laut Betreiberangabe unter der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung, einer staatlichen Verwaltung.
- Mehrere Gesellschaften gibt es in Hessen (drei für vier Häuser), Rheinland-Pfalz (zwei für sechs Häuser) und Schleswig-Holstein (vier Gesellschaften für vier Häuser, jedes Haus hat seine eigene).
Für Sie als Gast ändert das wenig: Eintritt, Zeiten und Kleiderordnung legt der Standort fest. Wer aber wissen will, warum zwei Häuser in einem Land gleich auftreten und zwei andere nicht, findet die Antwort meist in der Zahl der Gesellschaften und im Landesgesetz.
Warum hat Thüringen keine Spielbank mehr?
Thüringen hatte genau ein Haus: die Spielbank Erfurt. Sie ist nach Angaben der Thüringer Landeszeitung im Dezember 2014 geschlossen worden; die Zeitung überschrieb ihren Bericht mit „Einzige Thüringer Spielbank ist Geschichte”. Ein genaues Schließdatum innerhalb des Monats nennt der Datensatz nicht.
Hinweise auf die Lage liefert ein Dokument von 2010. Die Landesregierung legte im September 2010 einen Gesetzentwurf vor; nach geltendem Recht betrugen Spielbankabgabe und weitere Leistung zusammen mindestens 50 und höchstens 80 Prozent des Bruttospielertrags. Der Betreiber, der im Dezember 2005 eröffnet hatte, könne diese Abgaben mittelfristig nicht erwirtschaften. Als Ursache nennt der Entwurf bundesweit sinkende Einspielergebnisse unter dem Druck gewerblicher Anbieter und von Glücksspiel im Internet.
Warum das Haus 2014 endgültig schloss, beantwortet der Entwurf nicht. Festhalten lässt sich: Seit Dezember 2014 führt der Datensatz in Thüringen keinen aktiven Standort. Wer im Freistaat wohnt, erreicht die nächsten Häuser über die Landesgrenzen hinweg, etwa in Sachsen-Anhalt (Halle, Leuna-Günthersdorf), Sachsen (Leipzig) oder Hessen (Kassel).
Wo ist die Dichte am höchsten, und was sind Dependancen?
Die höchste Zahl hat Niedersachsen mit 10 Standorten, davon fünf reine Automatenhäuser, darunter Norderney, Wolfsburg und Seevetal. Bayern folgt mit neun Häusern, alle mit klassischem Spiel und alle in kleineren Orten oder Kurorten von Bad Füssing bis Lindau. Im Saarland liegen sieben Standorte auf engem Raum, drei davon allein in Saarbrücken.
Die Stadtstaaten sind dicht besetzt: Berlin und Hamburg haben je vier Standorte, Bremen zwei. In Hamburg sind drei der vier Standorte reine Automatenhäuser; Tische gibt es laut Betreiberseite nur im Casino Esplanade. Eine Dichte je Quadratkilometer enthält der Datensatz nicht, die Zahlen zählen Standorte je Land.
Eine Dependance ist ein zusätzlicher Standort einer Spielbank mit eigener Adresse und eigenen Zeiten, oft nur mit Automaten. Beispiele aus dem Datensatz sind Bad Wildungen als zweiter Standort neben Kassel in Hessen, die Automatenhäuser in Chemnitz, Dresden und Leipzig in Sachsen sowie die Standorte auf Norderney und in Wolfsburg in Niedersachsen. Wer Spielbanken nach Bundesland zählt, muss deshalb sagen, ob Dependancen eingerechnet sind, sonst stimmen Vergleiche nicht.
Welche Häuser sind seit 2010 geschlossen oder umgezogen?
Die Änderungsliste oberhalb dieses Textes führt jede Eröffnung und Schließung mit Beleg auf. Auffällig ist, dass mehrere Länder betroffen sind: Niedersachsen verlor Borkum (2010) und Bad Harzburg (28.11.2021), eröffnete aber am 17.12.2021 das Haus in Braunschweig, das als Umzug aus Bad Harzburg ausgewiesen ist. Schleswig-Holstein schloss Travemünde (Dezember 2012) und Westerland auf Sylt (31.10.2021).
In Mecklenburg-Vorpommern endete die Erlaubnis für Warnemünde am 5. August 2013, Heringsdorf schloss am 14. Mai 2014; 2025 kam in Rostock ein neues Haus hinzu. Berlin gab die Hasenheide zum 31. Dezember 2017 auf, Brandenburg Frankfurt (Oder) zum 31. März 2015. Neue Häuser entstehen damit selten, Schließungen sind häufiger als Eröffnungen.
Wer die Spielbanken Bundesländer-weit vergleicht, sollte deshalb immer das Stand-Datum beachten. Verbindlich bleibt die Seite des einzelnen Hauses, und für jedes Land führt die Länderseite die Details. Eine alphabetische Liste aller Häuser steht auf der Seite Alle deutschen Spielbanken.