Konzessionen für Spielbanken vergibt in der Schweiz der Bund, nicht der Kanton; beaufsichtigt werden die Häuser von einer eigenen Bundeskommission. Der Überblick unter der Tabelle erklärt, was hinter den Kürzeln A und B steckt, welche Häuser verschwunden sind und welche für Besucher aus Deutschland erreichbar liegen.

Wer vergibt Spielbank-Konzessionen in der Schweiz?

Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) beaufsichtigt nach eigener Beschreibung die Schweizer Spielbanken, veranlagt die Spielbankenabgabe und bekämpft das illegale Geldspiel. Die Konzessionen selbst erteilt der Bundesrat. Nach Art. 5 des Geldspielgesetzes (BGS) braucht jede Spielbank eine Konzession, und der Bundesrat legt die Anzahl fest.

Das Verfahren zuletzt: Die Konzessionen der damals 21 Häuser liefen am 31. Dezember 2024 aus. Der Bundesrat teilte das Land laut ESBK-Bericht vom 18. Oktober 2023 in 23 Zonen mit je einer Konzession, 10 vom Typ A und 13 vom Typ B. Die ESBK prüfte 29 Gesuche; der Bundesrat vergab die Konzessionen am 29. November 2023.

In der Zone Schaffhausen blieb das Verfahren ohne Ergebnis: Die einzige Bewerberin schied aus, weil ihr Gesuch die formellen Anforderungen nicht erfüllte. Im Verzeichnis stehen deshalb 21 statt der geplanten 23 Häuser: In Schaffhausen wurde keine Konzession vergeben, und die von St. Moritz wurde 2025 entzogen.

Für die Abgabe gilt: Die ESBK veranlagt die Spielbankenabgabe, und nach Art. 121 BGS kann der Bundesrat für Spielbanken mit Konzession B den Abgabesatz ermässigen. Laut ESBK-Bericht stellten drei Gesuchstellerinnen ein Gesuch um Abgabenermässigung wegen Abhängigkeit von ausgeprägt saisonalem Tourismus, vier weitere wegen Zuwendungen im öffentlichen Interesse oder zu gemeinnützigen Zwecken. Damit ist die Konzession kein reiner Genehmigungsakt, sondern auch eine Abgabenfrage.

Vier Zonen hatten mehrere Bewerberinnen: Basel, St. Gallen, Lausanne und Wallis. Dort empfahl die ESBK dem Bundesrat die Airport Casino Basel AG, die Grand Casino St. Gallen AG, die Projet Casino Prilly SA und die Société de Casino de Crans-Montana SA, weil sie im Vergleich besser abschnitten. In den übrigen Zonen bewarb sich jeweils nur eine Gesuchstellerin um die Konzession.

Was unterscheidet Konzession A und Konzession B?

Art. 6 BGS nennt beide Typen. Beim Typ B kann der Bundesrat die Zahl und Arten der Spiele sowie die Höhe der Einsätze und Gewinne beschränken; nur Spielbanken mit Konzession A dürfen sich „Grand Casino“ nennen. Der ESBK-Bericht fasst den Unterschied so: In B-Spielbanken ist der Höchsteinsatz für Automatenspiele auf 25 Franken beschränkt, in A-Spielbanken gilt keine solche Einschränkung. Zudem dürfen die Standortkantone von B-Spielbanken eine kantonale Abgabe erheben.

MerkmalKonzession AKonzession B
Bezeichnung „Grand Casino“erlaubtnicht erlaubt
Beschränkung von Spielen und Einsätzenkeine nach Art. 6möglich, z. B. Höchsteinsatz Automaten 25 Franken
Zahl der Häuser (Stand 01.10.2026)1011
BeispieleBaden, Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, ZürichBad Ragaz, Davos, Interlaken, Pfäffikon, Locarno

Welche Häuser welchem Typ angehören, steht je Eintrag in der Tabelle oberhalb dieses Textes; der Typ stammt aus der ESBK-Empfehlung vom 18. Oktober 2023.

Wo liegen die Häuser im Überblick?

Das ESBK-Verzeichnis (Stand 1. Oktober 2026) nennt diese 21 Orte: Baden, Bad Ragaz, Basel, Bern, Courrendlin, Crans-Montana, Davos, Granges-Paccot, Interlaken, Locarno, Lugano, Luzern, Mendrisio, Meyrin, Montreux, Neuenburg, Pfäffikon, Prilly, St. Gallen, Winterthur und Zürich. Nach Regionen sortiert, sieht das so aus:

  • Nordwest und Mittelland: Baden (A), Basel (A), Bern (A), Luzern (A)
  • Ostschweiz und Graubünden: St. Gallen (A), Bad Ragaz (B), Davos (B), Pfäffikon (B), Winterthur (A), Zürich (A)
  • Westschweiz und Wallis: Courrendlin (B), Crans-Montana (B), Granges-Paccot bei Freiburg (B), Meyrin bei Genf (B), Montreux (A), Neuenburg (B), Prilly bei Lausanne (A)
  • Berner Oberland und Tessin: Interlaken (B), Locarno (B), Lugano (A), Mendrisio (B)

Ab welchem Alter dürfen Sie in Schweizer Spielbanken spielen?

Das Geldspielgesetz regelt in Art. 52 ein Spielverbot für Minderjährige in Spielbanken. Art. 72 stellt klar: Minderjährige sind besonders zu schützen und nicht zu Spielbankenspielen zugelassen. Die beiden Häuser, für die diese Seite eigene Beschreibungen führt, nennen 18 Jahre und einen Ausweis als Voraussetzung.

Der Eintritt ist von Haus zu Haus verschieden. Das Grand Casino Baden nennt laut Besucherinfo CHF 10; das Casino Barrière Montreux CHF 12 für Nicht-Mitglieder des Treueprogramms, wobei der Satz auf der Betreiberseite abgeschnitten ist und die Mitglieder-Regelung nicht lesbar war.

Auch in der Schweiz gibt es Sperren. Nach Art. 80 BGS sperren Spielbanken Personen, die überschuldet sind oder Einsätze tätigen, die in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen stehen, und Spieler können selbst eine Sperre beantragen. Glücksspiel kann süchtig machen; aus Deutschland erreichen Sie die anonyme und kostenlose BZgA-Telefonberatung unter 0800 1 37 27 00.

Welche Schweizer Spielbanken wurden geschlossen?

Zwei Fälle fallen in 2025. Das Casino St. Moritz schloss laut finews.ch zum 30. April 2025 aus wirtschaftlichen Gründen. Die ESBK entzog der Casino St. Moritz AG nach der Schließung ihrer Spielbank die Konzession formell; das teilte sie am 21. August 2025 mit. Am 19. November 2025 schrieb die ESBK, der Bundesrat werde voraussichtlich Ende 2028 entscheiden, ob die Konzession für die Zone Südbünden erneut ausgeschrieben wird.

Die Spielbank Schaffhausen schloss nach derselben ESBK-Mitteilung am 12. Oktober 2025 definitiv. Für die Zone war schon 2023 keine Konzession vergeben worden; der Betrieb lief bis dahin mit verlängerter Konzession. Das Vorgehen für Südbünden entspricht laut ESBK dem für Schaffhausen.

Weitere Bewegungen aus derselben ESBK-Mitteilung vom 21. August 2025: Das Casino Davos stellte den Betrieb wegen eines Umzugs innerhalb der Gemeinde vorübergehend ein, und das neue Casino Winterthur sollte voraussichtlich Mitte Dezember 2025 öffnen. Im ESBK-Verzeichnis (Stand 1. Oktober 2026) stehen beide Häuser, St. Moritz und Schaffhausen nicht.

Welche Häuser öffneten später als geplant?

Die ESBK-Mitteilung vom 21. August 2025 nennt auch das Casino Prilly bei Lausanne: Seine Eröffnung verzögerte sich wegen Bauverzögerungen auf 2026. Ob das Haus bei Ihrem Besuch bereits geöffnet hat, sagt die Mitteilung nicht; das Verzeichnis vom 1. Oktober 2026 führt Prilly mit Konzession A.

Bei St. Moritz ging mit der Konzession noch etwas verloren: Die Spielbank verlor nach der ESBK-Mitteilung das bisher nicht ausgeübte Recht zur Durchführung von Online-Spielbankenspielen. Für Besucher aus Deutschland ändert das nichts, denn an den Tischen und Automaten vor Ort gelten die Regeln des jeweiligen Hauses. Wer plant, eine neu eröffnete Spielbank zu besuchen, prüft die Öffnungszeiten vorher auf der Seite des Betreibers.

Welche Spielbanken liegen nahe der deutschen Grenze?

Die Karte entscheidet über die Anfahrt, deshalb die Lage im Überblick. Entfernungen zur Grenze sind hier nicht gemessen; die Tabelle ordnet nach Ort und Kanton.

OrtKantonTypStand
BaselBasel-StadtAim Verzeichnis
BadenAargauAim Verzeichnis, Umbau mit Pop-Up-Casino
SchaffhausenSchaffhausen–geschlossen seit 12.10.2025
St. GallenSt. GallenAim Verzeichnis
PfäffikonSchwyzBim Verzeichnis
ZürichZürichAim Verzeichnis
WinterthurZürichAim Verzeichnis
KreuzlingenThurgau–kein Haus im Verzeichnis

Basel, Schaffhausen und Kreuzlingen liegen unmittelbar an der Grenze zu Deutschland. In Basel ist das Grand Casino Basel mit Konzession A gelistet; Schaffhausen scheidet seit Oktober 2025 aus, und für Kreuzlingen führt das ESBK-Verzeichnis kein Haus. Unmittelbar an der Grenze steht damit nur in Basel ein aktives Haus im Verzeichnis; die übrigen Orte der Tabelle liegen nicht an der Grenze selbst.

Das Grand Casino Baden baut derzeit um: Nach der Besucherinfo läuft der Spielbetrieb seit 2026 im Pop-Up Casino, das Pokerangebot pausiert. Das Casino Barrière Montreux liegt im Kanton Waadt, nicht in Grenznähe zu Deutschland; es nennt laut Betreiber 259 Spielautomaten und 19 Tischspiele, mit Tischspielen Mo bis Sa ab 18 Uhr und So ab 16 Uhr. Ob ein Haus bei Ihrer Anreise geöffnet hat, klärt die Seite des jeweiligen Betreibers.

Was sollten Besucher aus Deutschland vorher klären?

Drei Punkte sind in der Schweiz anders als in einer deutschen Spielbank. Erstens die Währung: Eintritt und Einsätze laufen in Franken. Zweitens der Typ der Konzession, weil er Obergrenzen bei Automaten bedingt. Drittens das Alter: Das Mindestalter in Deutschland ist je Land 18 oder 21, in den beiden Schweizer Beispielhäusern 18.

Dresscode und Öffnungszeiten stehen je Haus auf der Betreiberseite. In Baden nennt die Besucherinfo gepflegte Kleidung ohne Flip-Flops und Sportbekleidung; für Montreux ist auf der Betreiberseite kein Dresscode belegt. Für Häuser in Deutschland hilft der Überblick nach Bundesländern.