Welche Spielbanken Schleswig-Holstein derzeit hat, und was bieten sie?

Bei den Spielbanken Schleswig-Holstein ist die Zählung eindeutig: vier Häuser. Alle vier stehen auf der Whitelist der Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026, und auf den Betreiberseiten mit Öffnungszeiten. Die Tabelle stellt sie nebeneinander, „k. A.“ steht dort, wo die Seite zu einem Punkt nichts nennt.

OrtHausSpielangebotMindestalterEintritt
Flensburg, Süderhofenden 16Casino Flensburgrund 70 Automaten, klassisches Spiel (drei Kartentische), Poker montags18 Jahre2 €
Kiel, Holstenbrücke 30Casino KielAutomaten, klassisches Spiel täglich, Poker freitags18 Jahre5 €
Lübeck, Willy-Brandt-Allee 1–5Casino LübeckAutomaten, Roulette, Blackjack, Heads-Up Hold’em, Poker dienstags18 Jahre2 €
Schenefeld, Industriestraße 1Casino SchenefeldAutomaten, klassisches Spiel und Poker (Cash Game), reguläre Zeiten wegen Umbau k. A.18 Jahre2 €

Bei den Spielbanken Schleswig-Holstein fällt zuerst auf, dass es keine reinen Automatenhäuser gibt: Alle vier führen auch klassisches Spiel. Der Eintritt bleibt mit 2 € niedrig, nur Kiel verlangt 5 €, die als erstes Spielkapital nutzbar sind.

Warum gibt es auf Sylt und in Travemünde keine Spielbank mehr?

Zwei frühere Standorte sind geschlossen. In Westerland auf Sylt stellte die Betreibergesellschaft den Betrieb am 31. Oktober 2021 ein, der Mietvertrag endete zum 31. Dezember 2021. Laut dem Betreiberbericht für 2025 hatte die Gesellschaft in dem Jahr keinen operativen Spielbetrieb und wird bis zur Erteilung einer neuen Spielbankerlaubnis für einen künftigen Standort in Schleswig-Holstein als Vorratsgesellschaft geführt.

Travemünde ging früher. Eine Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 18/1531, 17. Februar 2014) nennt den Betrieb dort vom 1. Januar bis 2. Dezember 2012 und den neuen Standort in Lübeck ab 7. Dezember 2012. Der Umzug wurde nötig, weil der Mietvertrag in Travemünde nach Ablauf wegen Eigenbedarfs nicht verlängert wurde.

Zum Standortwechsel gehörte ein neues Konzept: Die Antwort von 2014 nennt für Lübeck den Namen „Clubsino“ und eine kleine Bühne, deren Vorfläche regelmäßig für Pokerturniere genutzt wird. Die heutige Betreiberseite führt das Haus als Casino Lübeck mit Veranstaltungsfläche und Bar.

Dieselbe Antwort nennt Besucherzahlen: 47.464 Besuche im Jahr 2011 am alten Standort Travemünde, 39.461 im Jahr 2013 in Lübeck. Für die beiden geschlossenen Häuser gibt es keine eigene Seite; sie stehen im Verzeichnis der geschlossenen Spielbanken.

Was unterscheidet Kiel, Lübeck, Flensburg und Schenefeld?

Die vier Häuser gehören laut Betreiberbericht zu einer Unternehmensgruppe, jeder Standort hat eine eigene Gesellschaft. Die Unterschiede liegen deshalb nicht im Regelwerk, sondern in Größe, Lage und Rhythmus. Schenefeld ist mit rund 1.846 m² das größte Haus der Gruppe und seit 1997 im Einkaufszentrum angesiedelt. Lübeck folgt mit rund 1.095 m² im Souterrain des Park Inn auf der Wallhalbinsel, Kiel mit rund 780 m² seit 1998 am Bootshafen, Flensburg mit rund 546 m² am Zentralen Omnibusbahnhof. Zusammen kommen die vier Häuser nach den Angaben des Betreiberberichts auf rund 4.270 m² Fläche, davon mehr als 40 Prozent in Schenefeld. Flensburg ist demnach das kleinste Haus, was zu den drei Kartentischen und dem Wochenend-Rhythmus des klassischen Spiels passt.

  • Flensburg: Parkhaus Holmpassage nebenan mit 700 Plätzen, Bar.
  • Kiel: mit dem Förde-Parkhaus verbunden, Gäste zahlen laut Betreiber höchstens 2,50 € für bis zu 11 Stunden und 59 Minuten.
  • Lübeck: Veranstaltungsfläche und Bar, gebührenpflichtige Parkplätze am Haus.
  • Schenefeld: Parkhaus des Einkaufszentrums mit 1.300 Plätzen, erste Stunde frei, mit Casino-Rabatt höchstens 2 € für 24 Stunden.

Nach den Koordinaten im Datensatz liegen Kiel und Lübeck rund 61 km Luftlinie auseinander, Flensburg und Kiel rund 69 km, Schenefeld und Lübeck rund 63 km. Die Fahrstrecken liegen jeweils darüber, kein Haus ist eine Abkürzung zum nächsten.

Wann gibt es klassisches Spiel und Poker?

Kiel und Lübeck führen das klassische Spiel täglich. In Kiel läuft es von 18:00 bis 02:30 Uhr, in Lübeck läuft Roulette täglich von 18:00 bis 02:30 Uhr, Blackjack und Heads-Up Hold’em täglich von 18:00 bis 02:15 Uhr. Flensburg ist knapper: Das klassische Spiel läuft nur freitags und samstags von 20:00 bis 02:30 Uhr, Blackjack und Heads-Up Hold’em ebenfalls nur an diesen Abenden; laut Betreiberbericht gibt es drei Kartentische.

Für die Spielbanken Schleswig-Holstein gilt damit eine einfache Faustregel: Wer abends Tischspiele sucht, ist in Kiel und Lübeck jeden Tag richtig, in Flensburg nur am Wochenende. Poker hat in jedem Haus einen festen Tag. Flensburg spielt montags von 20:00 bis 01:30 Uhr, Kiel freitags von 19:00 bis 02:00 Uhr, Lübeck dienstags von 19:00 bis 02:00 Uhr. Die Automaten laufen in Kiel und Lübeck täglich von 12:00 bis 02:30 Uhr, in Flensburg von 12:00 bis 02:00 Uhr, freitags und samstags bis 03:00 Uhr.

Geschlossen sind Kiel an Heiligabend und Karfreitag, Flensburg und Lübeck zusätzlich am 1. Weihnachtstag. An Volkstrauertag, Totensonntag, Silvester und Gründonnerstag gelten besondere Zeiten. Für Schenefeld nennt die Betreiberseite zurzeit keine regulären Zeiten.

Gehört das Casino Schenefeld zu Hamburg?

Nein. Schenefeld liegt westlich der Hamburger Stadtgrenze, Postleitzahl 22869, und gehört zu Schleswig-Holstein. Der Betreiberbericht beschreibt das Haus als direkten Wettbewerber der vier Hamburger Spielbanken und der Spielbank Seevetal in Niedersachsen. Die Hamburger Häuser stehen im Überblick Spielbanken Hamburg, das niedersächsische Haus auf der Seite der Spielbank Seevetal.

Zurzeit läuft in Schenefeld ein Umbau. Die Betreiberseite meldete am 07.10.2026, ein erster Teilbereich des Automatenspiels sei wieder offen, Roulette und Blackjack sollten ab dem 11. Oktober folgen und die neue Bar ab dem 1. November. Reguläre Zeiten stehen derzeit nicht auf der Seite; vor der Anreise lohnt sich ein Blick darauf.

Was kostet der Eintritt, und ab welchem Alter dürfen Sie hinein?

In Flensburg, Lübeck und Schenefeld kostet der Eintritt 2 €, in Kiel 5 €, die dort als erstes Spielkapital nutzbar sind, als Glücksjetons oder als Gutschrift auf die Players’ Card. Der Betrag ist damit erster Einsatz und kein verlorenes Eintrittsgeld.

Dazu kommen Karten für mehrere Besuche: Lübeck verkauft die Monatskarte für 10 € und die Jahreskarte für 50 €, Schenefeld für 15 € und 60 €. Rechnerisch lohnt sich die Lübecker Monatskarte ab dem sechsten Besuch im Monat, die Jahreskarte ab dem 26. Besuch im Jahr; in Schenefeld sind es der achte und der 31. Besuch. Für Lübeck nennt die Seite zusätzlich ein Samstag-Abend-Ticket an Veranstaltungstagen für 15 €. In Flensburg, Lübeck und Schenefeld gibt eine V.I.P.-Karte freien Eintritt.

Das Mindestalter beträgt in allen vier Häusern 18 Jahre, der Ausweis wird am Einlass verlangt. Das Spielbankgesetz des Landes macht in § 3 Abs. 2 den Ausschluss Minderjähriger zur Voraussetzung der Erlaubnis. Wie die Altersgrenzen bundesweit verteilt sind, steht im Ratgeber Mindestalter in der Spielbank.

Welche Kleiderordnung gilt in Kiel, Lübeck, Flensburg und Schenefeld?

Dieselbe in allen vier Häusern, und eine lockere. Die Betreiberseiten schreiben: „Eine Krawatte oder ein Jackett sind nicht notwendig.“ Erwünscht ist gehobene Freizeitkleidung, auch sportlich-elegant; Hoodies sind im Automatenspiel erlaubt.

Nicht erwünscht sind Sportkleidung, Arbeits- und Militärkleidung, Baggy Pants, Caps und Mützen, bei Herren kurze Hosen und offene Schuhe. Für das klassische Spiel nennen die Seiten dieselbe Liste. Jacken und Mäntel sind an der Garderobe abzugeben. Einen Vergleich mit den Regeln der anderen Länder bietet der Ratgeber Kleiderordnung und Einlass.

Sind die Spielbanken in Schleswig-Holstein zugelassen?

Die Whitelist der GGL führt Flensburg, Kiel, Lübeck und Schenefeld als Standorte im Vertriebsgebiet Schleswig-Holstein, zuständig ist die Glücksspielaufsichtsbehörde des Landes. Jede der vier Gesellschaften hat dort einen eigenen Eintrag mit der Adresse ihres Hauses, Schenefeld mit der Industriestraße 1 und Kiel mit der Holstenbrücke 30. Laut Betreiberbericht 2025 gilt die Spielbankerlaubnis der vier operativen Gesellschaften bis zum 31.12.2041. Westerland und Travemünde stehen nicht auf der Whitelist. Wo eine neue Spielbank entstehen könnte, ist offen; der Bericht spricht nur von einem „zukünftigen Standort in Schleswig-Holstein“.

Der Einlass läuft über eine Ausweiskontrolle: § 8 Abs. 3 GlüStV 2021 schreibt den Abgleich mit der Sperrdatei OASIS bei jedem Betreten vor. Gesperrte Personen dürfen nicht spielen, unabhängig von Alter und Kleidung. Wer das Spiel für sich begrenzen will, kann sich selbst sperren lassen.

Glücksspiel kann süchtig machen. Teilnahme ab 18 Jahren.