Spielbanken am Abgrund?

Dass sich die mittlerweile weltweit zum Ausbruch gekommene Finanzkrise auch auf den Glücksspielsektor negativ auswirken würde, ist sicher für niemanden eine wirkliche Überraschung. Angesichts des Ausmaßes der Rückgänge hat in einigen Direktionszimmern der Glücksspielbranche allerdings das große Zittern begonnen.

Natürlich tragen in Zeiten, die von immer neuen Krisen und Hiobsbotschaften geprägt sind Menschen ihr sauer verdientes Geld nicht mit vollen Händen in Spielbanken und an Spielautomaten und es ist kein Wunder, dass die alles andere als rosigen Aussichten für 2009 der Spielbereitschaft in der Bevölkerung nicht förderlich sind. Bereits seit einiger Zeit warnen Lotto und Totogesellschaften, Casinos und natürlich auch die Politik vor sinkenden Einnahmen aus dem Glücksspielgeschäft und damit waren sie wahrlich keine Kassandras. Dennoch dürften die aktuellen Berichte über die Entwicklung gerade des traditionell starken des amerikanischen Glücksspielsektors auch hierzulande den Direktoren in den Ohren klingeln.

Dort gibt es nämlich bereits das erste prominente Opfer: Die Trump Entertainment Resorts, das Glücksspielunternehmen des Immobilientycoons und Freizeitshowmasters Donald Trump hat dieser Tage Gläubigerschutz beantragt, nachdem es noch nicht mal mehr die Kreditzinsen in zweistelliger Millionenhöhe bedienen konnte. Das Unternehmen, an dem Trump 28 Prozent hält, hatte zuletzt Schulden rund von 1,7 Milliarden Dollar angehäuft. Zwar haben Experten Trumps Casinogruppe schon seit längerem vor allem strukturelle Mängel nachgesagt, der eingebrochene Glücksspielmarkt hat ihr aber nun offensichtlich den Rest gegeben. Man geht in den USA davon aus, dass die Trump Entertainment Resorts nicht das letzte Opfer der Finanzkrise auf dem Glücksspielmarkt gewesen sein werden.

In Deutschland hoffen Betreiber und Politik zwar immer noch, die Krise einigermaßen glimpflich überstehen zu können, die letzten Zahlen verheißen aber auch hier nichts Gutes: Vor allem im Osten der Republik sind die Einnahmen bereits 2008 deutlich eingebrochen, Sachsen-Anhalts Spielbanken stehen vor dem Verkauf und auch vor der Pleite, der Spielbank Berlin wurde aus wirtschaftlichen Gründe durch die Stadt ein Großteil der staatlichen Spielbankabgabe gestundet. Und auch andernorts rumort es heftig. Es bleibt also abzuwarten, was das Jahr 2009 für den Glücksspielsektor noch so alles aus dem Ärmel hervorziehen wird. Die Nachrichten aus den USA verheißen allerdings nichts Gutes.

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